Mittenwald

Nie wieder Faschismus! Nie wieder Horrido! Schluss mit dem Gebirgsjägertreffen in Mittenwald

Jedes zu Pfingsten treffen sich in Mittenwald ehemalige und aktive Bundeswehrsoldaten sowie deren SympathisantInnen zu ihrem Traditionstreffen. Bei der Traditionspflege der Gebirgstruppen werden die Kriegsverbrechen im Rahmen des nationalsozialistischen Vernichtungskrieges unter den Tisch gekehrt. Unter dem Deckmantel der “Bandenbekämpfung”, als “Vergeltungsmaßnahmen” für (angebliche oder tatsächliche) Widerstandsaktionen der Zivilbevölkerung und der PartisanInnen, verübten Einheiten der Gebirgsjäger über 50 Massaker in Griechenland, Italien, Frankreich, Finnland, Jugoslawien, Polen, Albanien und in der Sowjetunion. Im nordgriechischen Dorf Kommeno ermordeten sie 317 ZivilistInnen und auf Kephallonia, einer Insel bei Korfu, metzelten sie über 5000 entwaffnete italienische Soldaten nieder.

Lange Zeit galt das Mittenwalder Traditionstreffen als größtes Soldatentreffen der BRD. Seit einigen Jahren konfrontieren AntifaschistInnen die Öffentlichkeit mit der mörderischen Tradition der Gebirgstruppe. Die Reaktionen reichen vom Leugnen der Fakten bis hin zum Versuch, Massaker dadurch zu legitimieren, dass man sich ja nur gegen PartisanInnen geschützt habe. Diejenigen, die am Ort der Täter das Gedenken an die Ermordeten einfordern, werden angegriffen - so geschehen 2002, als einige AntifaschistInnen bei einem Festmahl des Kameradenkreises eine Gedenkminute für die bei Massakern Getöteten abhalten wollten. Doch 2005 musste schließlich auf öffentlichen Druck die Kameradschaft des Polizei-Gebirgsjägerregiments 18 aus dem Kameradenkreis ausgeschlossen werden, nachdem die Beteiligung dieses Regiments an der Deportation der Athener Jüdinnen und Juden in die Vernichtungslager nicht länger geleugnet werden konnte.

Der Kameradenkreis übernimmt damit gezwungenermaßen eine Modernisierung des Gedenkens, die die Bundeswehr seit Jahren betreibt. Dort heißt es seit 1997 im sog. Traditionserlass, dass die Wehrmacht als Institution keine Tradition begründen dürfe. Eine Armee, die in alle Welt geschickt wird, soll nicht als Wehrmachtsnachfolgerin gesehen werden. Historische Fakten werden jetzt nicht mehr geleugnet, sondern verbogen und instrumentalisiert. Die militärische Niederlage des Nationalsozialismus wird zum Sieg der Demokratie über den Extremismus umgedeutet. Das Deutschland, das heute auf der weltpolitischen Bühne auftritt, gibt sich geläutert und stellt sich auf die Siegerseite. Doch diese “Armee im Einsatz” kann nicht ohne Traditionen wirken. Denn die Bundeswehr braucht SoldatInnen, die tapfer, kameradschaftlich und hart gegen sich selbst große Leistungen vollbringen. Dieser soldatische Mist wird mit der Traditionspflege weitergegeben, die Vorbilder stammen aus der Tätergeneration. Denn auch wenn die Wehrmacht als ganzes keine Tradition begründen darf, sind einzelne Teile sehr wohl traditionsstiftend für die Bundeswehr - unter ihnen die Gebirgsjäger.

Die Seite zu den Protesten in Mittenwald:
http://mittenwald.blogsport.de/

Berichte von den Protestaktionen in Mittenwald:
http://de.indymedia.org/2008/05/215772.shtml
http://de.indymedia.org/2007/05/178899.shtml
http://de.indymedia.org/2007/05/178850.shtml
http://de.indymedia.org/2007/05/178613.shtml
http://de.indymedia.org/2006/05/148357.shtml

Traditionsfeier beenden! Berichte vom Protest gegen das Soldaten-Treffen in Mittenwald

Am 3. und 4. Mai 2008 kamen in Mittenwald erneut alte und junge Kameraden der Gebirgsjägerdivision zusammen, um die mörderische Militär-Tradition zu feiern. In der Vergangenheit haben sich immer auch ausgewiesene NS-Kriegsverbrecher, wie der jetzt angeklagte Josef Scheungraber, an der Feier beteiligt. Statt wie im letzten Jahr 1.500 kamen diesmal lediglich 500 Wehrmachts- und Bundeswehrsoldaten mit ihren Angehörigen nach Mittenwald. Sie waren an den zwei Tagen mit Protesten konfrontiert, der kleine Ort selbst glich wieder einmal einer Polizeikaserne. Am Samstag demonstrierten rund 150 Menschen gegen das Treffen. Am Sonntag misslang den Brendten-GegnerInnen der Versuch, die Bergfeier durch den Wald zu erreichen. Nach einem ausserplanmäßigen Halt des Regionalzuges nach Mittenwald am Sonntag morgen versuchten 60 Menschen den Aufstieg zum Soldatentreffen. Auch wenn Ihnen nicht der vorzeitige Abbruch der Veranstaltung gelang, war angesichts der aufgeregten Polizeibewegungen und des überm Berg kreisenden Hubschraubers keine Traditionspflege mehr möglich.

Einige Berichte, Fotos und Pressemeldungen zu den Protesten finden sich bei Indymedia: http://de.indymedia.org/2008/05/215772.shtml

5.3.08: Gebirgsjäger Scheunengraber vor Gericht! Pressemitteilung des AK angreifbare Traditionspflege

Der AK Angreifbare Traditionspflege begrüßt in seiner Pressemitteilung dass die Münchener Staatsanwaltschaft gegen ein Mitglied des „Kameradenkreises der Gebirgstruppe e.V.“ wegen eines Kriegsverbrechens vorgeht. „Da sich gerade die Münchener Staatsanwaltschaft in derartigen Fällen nicht gerade durch überbordenden Verfolgungseifer hervorgetan hat, wird der Arbeitskreis das weitere Vorgehen intensiv beobachten und begleiten“, so der Kontext der Erklärung. >>>

...geben wir ihnen den Rest! Gegen das Traditionstreffen der Gebirgsjäger in Mittenwald am 3. und 4. Mai 2008!

„Berg frei!“ werden wir am 3. und 4. Mai 2008 wieder alten und jungen Gebirgsjägern in Mittenwald entgegen rufen. „Berg frei!“ ist nicht als Gruß unter Wanderern gemeint, es heißt kurz und schlicht: „Haut ab! Nie wieder Gebirgsjäger in Mittenwald!“ Über 50 Jahre lang treffen sich jährlich zu Pfingsten einige tausend aktive und ehemalige Gebirgsjäger aus Bundeswehr und Wehrmacht. Dieses Jahr ist alles etwas anders, denn der Kameradenkreis musste das Gebirgstreffen auf Anfang Mai verlegen. Aufgrund der Proteste gegen die Mörder unterm Hakenkreuz blieben zu Pfingsten die Touristen im oberbayerischen Mittenwald aus.

Wir rufen auch in diesem Jahr wieder zu Protesten gegen das Traditionstreffen in Mittenwald auf. Kommt am 3. und 4. Mai 2008 und „Geben wir ihnen den Rest! Nie wieder Gebirgsjäger in Mittenwald!“


Aktuelle Infos zu den Protesten, Aufrufe und Berichte finden sich auf der Kampagnen-Seite:
http://mittenwald.blogsport.de/

Das Treffen des Kameradenkreises der Gebirgsjäger in Oberbayern ist das größte Soldatentreffen Deutschlands. Neben Abordnungen der Bundeswehr nehmen an dem Traditionstreffen auch revisionistische und faschistische Organisationen teil, u.a. die Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger.
Die Gebirgsjäger gedenken all derer, die sie als “Opfer” stilisieren, unter Anderem Angehörige der Wehrmacht oder der Mussolini treuen “Divisione Monterosa”, aber auch in Afghanistan gestorbener Bundeswehrsoldaten.
Mit von der Partie ist auch die bayerische Politprominenz. Im vergangenen Jahr hielt der parlamentarische Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Christian Schmidt, selbst Mitglied der CSU und des „Kameradenkreises der Gebirgsjäger“, die Festrede zum fünfzigsten Jubiläum des Kriegsdenkmals auf dem Hohen Brendten. 2008 wird voraussichtlich Minister Jung in Mittenwald erwartet. Unter den Gästen des Kameradenkreises tummeln sich stets zahlreiche Kriegsverbrecher, z.B. aus der 1. Gebirgsdivision, die für die Wehrmachtsmassaker in Kommeno und Kephallonia verantwortlich waren.

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