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SS-Mörder lebt in Freiberg - Alfred Mathias Concina[pzhr] „Es war eine relativ kurze Mission. Sie dauerte drei oder vier Stunden. Die Menschen wurden vor der Kirche zusammengetrieben und dann erschossen, anschließend wurden ihre Leichen verbrannt.“ Mit diesen Worten erklärte der ehemalige SS-Unterscharführer Alfred Mathias Concina (86) dem ermittelnden Staatsanwalt das Massaker an 560 Bewohner(innen) des norditalienischen Dorfes St’ Anna di Stazzema, die am 12. August 1944 von 300 Angehörigen der 16. Panzergrenadier- Division „Reichsführer SS“ unter dem Vorwand der Partisanenbekämpfung ermordet wurden. Unter den Opfern waren 120 Kinder, Frauen und ältere Menschen. Das Massaker an der Zivilbevölkerung von St’ Anna steht stellvertretend für 250 Ortschaften, in denen die nach dem Reichsführer SS, Heinrich Himmler, benannte Division über 2.000 Zivilist(inn)en ermordete. Nicht nur in Italien, sondern in ganz Westeuropa verübten Wehrmacht, SS- und Polizeitruppen Massaker an der Zivilbevölkerung. Ortsnamen wie Sant’Anna di Stazzema, Marzabotto, Vallucciole (Italien), Oradour-sur-Glane (Frankreich), Kragujevac (Serbien), Distomo, Kommenco (Griechenland) zeugen von einer beispiellosen Politik der verbrannten Erde wie sie von den Nazis bereits gegen Polen und die Sowjetunion praktiziert wurde. Bis heute wurde kaum ein Täter zur Rechenschaft gezogen. Alfred Mathias Concina lebt unbehelligt in einem Seniorenheim in Freiberg. In Italien wurde er mit neun weiteren ehemaligen SS-Angehörigen am 22. Juni 2005 vom Militärgericht La Spezia wegen der Beteiligung an den Morden in St´ Anna zu lebenslänglicher Haft verurteilt. Über sieben Stunden hatten die Überlebenden des Massakers von St’ Anna di Stazzema auf die Urteile am Mittwoch, den 22. Juni 2005, gewartet. Um 19.40 Uhr verlas der Präsident des Militärgerichts von La Spezia die Urteile: Gerhard Sommer, schuldig der Beteiligung am fortgesetzten Mord, begangen mit besonderer Grausamkeit. Die Strafe: lebenslänglich. Das gleiche Urteil, die gleiche Strafe für Alfred Schöneberg, Ludwig Heinrich Sonntag, Alfred Concina, Karl Gropler, Horst Richter, Ludwig Göring, Werner Bruss, Georg Rauch und Heinrich Schendel. Das Urteil von La Spezia kann Alfred Concina und seinen Mordkameraden nichts anhaben, da die Bundesrepublik sie nicht nach Italien ausliefert. 61 Jahre nach dem Massaker von Santa´Anna di Stazzema verweigert die Staatsanwaltschaft Stuttgart den Überlebenden immer noch die Einsicht in die Ermittlungsakten. Concina lebt im „Haus Johanna Rau“ mit 140 anderen SeniorInnen. Das Heim gehört zu der 1993 gegründeten „Seniorenheime Freiberg gGmbH“, deren Gesellschafter die Stadt Freiberg (75%) und das Diakonische Werk der Ev.- Luth. Landeskirche im Kirchenbezirk Freiberg e.V. (25 %) sind. Die „FreibÄrger Jugendinitiative Buntes Leben“ ruft am 22.12 zu einer Mahnwache am „Haus Johanna Rau“ auf. Beginn 17.00 Uhr. Die Jugendinitiative schließt sich einer Kampagne an, die schon in Hamburg im November vor dem Altenheim demonstrierte, in dem der Anführer des Massakers, der ehemalige SSOffizier Gerhard Sommer lebt. Ziel der Aktion ist öffentlichen Druck auf die BRD-Behörden zu machen, damit die SS-Mörder auch in der Bundesrepublik für ihre Verbrechen bestraft werden. Quelle und weiter Infos: www.freibaerger.de
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