Prozess in München

Revision abgewiesen: Der Gebirgsjäger und Kriegsverbrecher Scheungraber wegen zehnfachen Mordes verurteilt - Pressespiegel

Verurteilung wegen der Tötung italienischer Zivilisten im Zweiten Weltkrieg rechtskräftig

Der 1918 geborene Angeklagte wurde durch das Urteil des Landgerichts München I vom 11. August 2009 (1 Ks 115 Js 10394/07) wegen zehnfachen Mordes und versuchten Mordes zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt.

11.8.2009 | Pressemitteilung des OLG München zum Urteil gegen Scheungraber

Strafverfahren gegen Josef Sch. wegen Mordes (Falzano di Cortona)

Die 1. Strafkammer (Schwurgericht) des Landgerichts München I hat den Angeklagten am 11.08.2009 wegen Mordes in 10 Fällen und versuchten Mordes zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. Im Übrigen wurde der Angeklagte freigesprochen.
Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
Zur Begründung hat sich das Gericht im Wesentlichen auf folgende Überlegungen gestützt:

Lebenslänglich für den Gebirgsjäger Josef Scheungraber - Und die Gemeinde Mittenwald verweigert Gedenken an die Opfer

Am Dienstag, 11. August 2008 wurde der ehemalige Gebirgsjäger-Offizier vor dem Landgericht München zu lebenslanger Haft verurteilt.

Scheungraber

Der damalige Kompaniechef eines Gebirgspionierbataillons hatte am 27. Juni 1944 den Befehl zu einem Vergeltungsschlag gegeben. 11 italienische Zivilisten wurden auf sein Geheiß hin in der toskanischen Ortschaft Falzano di Cortona zusammen getrieben und in einem Bauernhaus in die Luft gesprengt. Nur eine Person überlebte das Massaker. Scheungraber bestritt während des gesamten elfmonatigen Prozesses, von dem Massaker gewusst zu haben. Am 11. August 2009 wurde er vor dem Landgericht München wegen zehnfachen Mordes und einem versuchten Mord verurteilt. Die Anwälte Scheungrabers haben gegen das Urteil Revision eingelegt.

Vor und nach dem Prozess fand vor dem Münchener Justizgebäude eine Kundgebung des AK Angreifbare Traditionspflege statt, auf der der Bürgermeister von Cortona und die aus Italien angereisten Vertreterinnen der Nebenklage sprachen. Der AK forderte:

Was für ein »Mordstheater«! - Am 11. August endet der Prozess gegen Josef Scheungraber

Kundgebung am Dienstag, 11. August 2009
anlässlich der Urteilsverkündung ab 8.00 Uhr vor dem Landgericht München I im Justizzentrum in der Nymphenburger Straße 16. (U-Bahn-Haltestelle Stiglmaierplatz)

Am 11. August wird die Strafkammer des Landgerichtes München I das Urteil gegen den Ehrennadelträger des Kameradenkreises der Gebirgsjäger, Josef Eduard Scheungraber aus Ottobrunn sprechen.

Die Staatsanwaltschaft hat dem Angeklagten das am 27. Juni 1944 in der toskanischen Ortschaft Falzano di Cortona verübte Massaker zur Last gelegt, bei dem nach der Tötung zweier Wehrmachtssoldaten auf seinen Befehl als „Vergeltungsschlag“ 14 italienische ZivilistInnen ermordet worden sind.

17.7.09 | SZ | "Wir waren halt noch richtige Kerle" - Neuer Zeuge belastet Scheungraber

Überraschende Wende: Ein bisher unbekannter Zeuge behauptet, der mutmaßliche Kriegsverbrecher Scheungraber habe mit dem Massaker geprahlt.
Der Prozess gegen den mutmaßlichen Kriegsverbrecher Josef Scheungraber, 90, hat nach zehn Monaten Dauer eine überraschende Wendung genommen. Am Donnerstag trat im Schwurgericht ein Zeuge auf, der behauptete, in einem Gespräch habe sich Scheungraber mit einem Massaker an italienischen Zivilisten im Zweiten Weltkrieg gebrüstet. "Wir waren halt noch richtige Kerle", zitierte der Zeuge den Angeklagten.

Juni 2009 | Neun mal lebenslänglich - Urteile gegen deutsche NS-Kriegsverbrecher in Italien!

Urteile im Prozess zu den Massakern in den Gemeinden Fivizzano und Fosdinovo

Am 26. Juni 2009 wurden von Militärgericht in Rom die folgenden Angeklagten zu lebenslänglicher Haft verurteilt. 
Sie werden für schuldig befunden, an Massakern in den Gemeinden Fivizzano und Fosdinovo im August 1944 beteiligt gewesen zu sein:

Paul Albers
Josef Baumann
Hubert Bichler
Ernst Kusterer
Arnold Rosler
Adolf Schneider
Max Schneider
Heinz Fritz Träger
Helmut Wulf  
(alle zwischen 84 und 90 Jahre alt). 

Juli 2009: Presse zum Kriegsverbrecherprozess gegen den Gebirgsjäger Scheungraber in München

Verteidigung will Freispruch in Kriegsverbrecherprozess

tz vom 04.07.2009

München - In einem der letzten deutschen Kriegsverbrecherprozesse hat
die Verteidigung vor dem Münchner Schwurgericht am Freitag einen
Freispruch des Angeklagten Josef Scheungraber (90) verlangt

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"Ich habe im Moment keine Beschwerden"

spiegel-online, 3.7.09

update // Die Prozesstermine in München und die geladenen Zeugen

Aktualisiert: Die Prozesstermine bis zum 15. Mai 2009.
Aktualisiert am 13.11.08: Schon während des Prozesses zeichnete sich ab, dass es nicht zur geplanten Urteilsprechung am 21.10.08 kommen würde. Nun wurden im Landgericht München zwölf weitere Verhandlungstage angesetzt - terminiert bis zum 19.12.08, die Termine sind hier aufgelistet, zu den geladenen Zeugen haben wir leider keine Informationen:

28.11.08 // Presse zum 13. Verhandlungstag

Ein wichtiger Zeuge der Anklage zeigt plötzlich ein schlechtes Gedächtnis, weist aber Einflussnahme von sich
Die Süddeutsche Zeitung schreibt zum 13. Verhandlungstag:
Er gilt als einer der wichtigsten Zeugen in diesem Verfahren, doch was Ludwig P., 85, am Donnerstag vor dem Schwurgericht erzählte, löste bei den Richtern Erstaunen und Verärgerung aus. Ludwig P. war 1944 Mitglied des Gebirgs-Pionier-Bataillons 818. Sein Kompanieführer war vermutlich Josef Scheungraber

13.11.08 // Protokoll des 12. Verhandlungstages gegen Scheungraber

Protokoll im PDF-Format
Am 13.11. wurde der Zeuge Franz Stubner, Hauptwachtmeister bei der Carabinieri in Schnalstal, 52 J., zu den Ermittlungen und den Aussagen der Zeugen Valli, Bacci, Figl und Pircher vernommen.

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