Prozess in München

13.11.08 // Protokoll des 12. Verhandlungstages gegen Scheungraber

Protokoll im PDF-Format
Am 13.11. wurde der Zeuge Franz Stubner, Hauptwachtmeister bei der Carabinieri in Schnalstal, 52 J., zu den Ermittlungen und den Aussagen der Zeugen Valli, Bacci, Figl und Pircher vernommen.

update // Die Prozesstermine in München und die geladenen Zeugen

Aktualisiert am 13.11.08: Schon während des Prozesses zeichnete sich ab, dass es nicht zur geplanten Urteilsprechung am 21.10.08 kommen würde. Nun wurden im Landgericht München zwölf weitere Verhandlungstage angesetzt - terminiert bis zum 19.12.08, die Termine sind hier aufgelistet, zu den geladenen Zeugen haben wir leider keine Informationen:

21.10.08 // Protokoll des 9. Verhandlungstages im Prozess gegen Josef Scheungraber

Zum Download: Protokoll im PDF-Format

Erster Teil von 9.30 bis 11.00 Uhr

Dolmetscherin für italienisch als Zeugin:
sie berichtet von den Telefonaten mit den Zeugen aus Italien: sie sind
nicht reisefähig, sie sind mit einer Videovernehmung einverstanden. Nur
der gesundheitliche Zustand von Herrn Pacchi ist so schlecht, daß er
keine Videovernehmung macht. Er hat aber die damaligen Aussagen in La
Spezia bestätigt.

15.10.08 // Protokoll des 8. Verhandlungstages gegen Josef Scheungraber am Landgericht München

Zum Download: Protokoll im PDF-Format

Zu Beginn der Verhandlung: Der nächste Termin am 17.10. wurde abgesagt, weil an diesem Tag der Schwager Scheungrabers beerdigt wird.

15.10.08 // SZ: "Immer mehr Zeitzeugen belasten den Angeklagten, der gibt sich aber nach wie vor unbeeindruckt"

Die Süddeutsche Zeitung berichtet von der Verhandlung am 15.10.08:

"Erwischt hat es nur die armen Teufel"

"Immer mehr Zeitzeugen belasten den Angeklagten, der gibt sich aber nach wie vor unbeeindruckt.
Der mutmaßliche Kriegsverbrecher Josef Scheungraber, 90, kommt immer mehr in Erklärungsnotstand. Am achten Verhandlungstag bestätigte ein italienischer Ermittler am Mittwoch im Schwurgericht, dass im fraglichen Zeitraum im Juni 1944 nur die Einheit des Angeklagten in Falzano di Cortona tätig war.

13.10.08 // Protokoll vom 7. Verhandlungstag im Prozess gegen Scheungraber - Zeuge Georg Huber

Zeuge Georg Huber, geb. 1924, 84 Jahre

Georg Huber (H.): ich wurde am 24.6.1944 leicht verwundet am rechten
Arm, befand mich auf dem Rückmarsch.
Ich war im Gebirgs-Pionier-Bataillon 818, 1.Kompanie, 3.Zug, 9.Gruppe
(Anm: später spricht er vom 7.Zug). Ich war nicht einsatzbereit, blieb
oben (im Quartier), wurde abgelöst von Lindmeier. Lindmeier und Schuhler
sind später gefallen, wir haben nicht gewusst, dass wir in
Partisanengebiet waren. Ich wurde in der Früh verwundet, der Sanitäter
sagte, wenn ich noch laufen kann, soll ich weglaufen, da die Amerikaner

Presseberichte zur Verhandlung am 7.10.08

Zeuge berichtet von Nazimassaker in Italien
Am Dienstag hat ein Überlebender im Münchener Prozeß gegen den ehemaligen Kompaniechef der Wehrmacht Josef Scheungraber wegen eines Massakers im Juni 1944 im italienischen Falzano di Cortona und dem Mord an 14 Zivilisten ausgesagt. Der damals 15jährige Gino M. berichtete vor dem Oberlandesgericht, wie Deutsch sprechende Soldaten ihn gefangennahmen, zusammen mit zehn anderen in ein Bauernhaus sperrten und das Gebäude sprengten.

Protokoll vom 5. Verhandlung gegen Scheungraber am 7.10.2008 - Der Zeuge Gino Massetti

Protokoll des Verhandlungstages gegen Josef Scheungraber am Landgericht München am Dienstag, 07.10.2008 / Quelle: www.keine-ruhe.org
Zeugenaussage Gino Massetti, 79 Jahre alt, dem einzigen Überlebenden des Massakers vom 27.06.1944 in Falzano di Cortona

[Als pdf zum runterladen: http://www.keine-ruhe.org/sites/keine-ruhe.org/files/20081007.pdf ]

Ich war 15 Jahre alt, alle waren ängstlich, sind aus ihren Häusern geflohen, haben sich versteckt. Ich war neugierig, bin in das Gebiet, aus dem ich Schüsse gehört hatte. Gegenüber einer kleinen Hütte auf der Straße nach San Pietro a Dame war eine Reihe von Soldaten aufgestellt. Ich versuchte wegzulaufen, wurde aber erwischt, kam zu einer Gruppe gefangener Zivilisten.
Die Soldaten machten eine Durchkämmungsaktion, wir Gefangene mussten mitlaufen.

Das schwarz-braune Schattenreich des Gebirgsjägerkameraden Josef Scheungraber

Flugblatt verteilt zum Prozess am 7.10.
Freie Assoziation Arbeitskreis Angreifbare Traditionspflege

Seit Mitte September findet vor dem Landgericht München der Mordprozess gegen den Gebirgsjäger Josef Scheungraber statt. Er ist Mitglied des „Kameradenkreises der Gebirgstruppe e.V.“ und Träger von dessen „Goldener Ehrennadel“. Scheungraber ist angeklagt, im Sommer 1944 als Kompanieführer eines Gebirgs-Pionier-Bataillons die Ermordung der in dem italienischen Dorf Falzano di Cortona (bei Arezzo) lebenden

Die Verteidiger des Josef Scheungraber

In den Berichten zum Kriegsverbrecher-Prozess in München tauchten bisher nebenbei immer wieder Informationen zu den Verbindungen der Verteidiger Scheungrabers in rechte und rechtsradikale Kreise auf. Angefangen beim Kameradenkreis der Gebirgsjäger bis hin zur "Stillen Hilfe". Am 7. Oktober verteilten ProzessbeobachterInnen der AK angreifbare Traditionspflege Flugblätter mit einer Zusammenstellungen der außergerichtlichen Aktivitäten der drei Verteidiger:

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